Wingardio im Wasser. Foto: Heike Küter / Vergmissmeinnicht Photographie

Erlebnisbericht: 2-Tagesritt mit einem Jungpferd

Ich bin müde und erschöpft – mental erschöpft. Ein Jahr lang hatte ich mich auf den Ritt gefreut und vorbereitet und es wurden zwei ganz tolle Tage zusammen mit Wingardio und fünf anderen Pferd-Reiter-Paaren, aber ich hätte nicht gedacht, dass 41 Kilometer durch unbekanntes Gelände mir so zusetzen würden. Körperlich vielleicht, ja – aber von Muskelkater ist nichts zu spüren, dafür ist mein Kopf voller Gedanken. Erst nach und nach kann ich mich über die vielen schönen Erlebnisse freuen und bin unglaublich stolz darauf, was Wingardio und ich zusammen gemeistert haben.

Ich möchte Dir mit diesem persönlichem Bericht zeigen, dass jedes Pferd einzigartig ist, jede Pferd-Mensch-Beziehung auch und jeder Weg ebenso. Vielleicht kann ich Dir aber auch vor Augen führen, wie stolz Du auf Dein Pferd und Dich sein kannst. Denn vieles von dem, was ich mit meinem jungen Pferd erlebt habe, ist vermutlich für Dich eine Selbstverständlichkeit, die es dennoch gilt wertzuschätzen. Egal wie alt und erfahren Dein Pferd und ihr seid.

Samstag: Bahngleise, Mini-Shettys, Plastikflasche, Brücken, Badespaß und Laster

Am Samstagmorgen geht es von unserem Heimatstall los. Ich fühle mich gut vorbereitet. Wingardio wird seit über einem Jahr regelmäßig geritten. Von Anfang an war ich sehr viel mit ihm im Gelände. Wir haben Gelassenheitstraining gemacht und bei einigen vorangegangen Tagesritten den heimischen Wald verlassen und fremde Dörfer, richtigen Straßenverkehr, fremde Tiere und auch mal eine fremde Koppel kennen gelernt. Seit ein paar Monaten besitze ich sogar einen Wanderreitsattel. Insgesamt sind wir sechs Reiter und Wingardio ist mit seinen gerade mal sechs Jahren der absolute Jungspund. Die meisten Pferde sind 10 Jahre und älter.

Die ersten Wege sind uns natürlich bekannt und schon bald überqueren wir völlig problemlos die erste Bundesstraße. Meine Sorge mein bodenscheues Pferd könne bei den weißen Begrenzungsstreifen scheuen, erweist sich als völlig unnötig. Er stapft einfach rüber. Bahnschienen und Brücken werden uns später wieder an seine Bodenscheuheit erinnern. Nach der ersten längeren Galoppstrecke wird Wingardio insgesamt ruhiger. Die ersten Kilometer tänzelte er doch sehr oft im Trab hinter her, wenn der Abstand zwischen dem Pferd vor uns und ihm zu groß wurde. Eigentlich hat er überhaupt kein Problem damit ganz hinten zu laufen, auch wenn sein Vorderpferd schon einige Meter voraus ist. Er bummelt dann gerne einfach so hinter her. Aber an diesem Tag ist es irgendwie anders und ich habe meine liebe Mühe ihn zurückzuhalten.
Wir reiten hauptsächlich durch bewaldetes Gebiet, in dem ich mich auch am wohlsten fühle. Neben Kiefer-Monokultur gibt es auch immer wieder Teile, die mit Laubbäumen aufgeforstet sind und dem ganzen Bild etwas mehr Natürlichkeit verleihen.
Dann müssen wir bald über eine Brücke reiten, unter der eine ICE-Trasse liegt. Ich möchte nicht wissen, was passiert, wenn ein Pferd unter sich einen Zug fahren sieht. Aber es kommt keine Bahn und so reiten wir geschwind weiter.

In der ersten Wohnsiedlung ist Wingardio äußerst gelassen. Ich finde vor allem die neu gewonnene Perspektive interessant. Vom Sattel aus können wir in jeden Garten schauen, auch wenn extra hohe Sichtzäune ums Anwesen gebaut wurden. Und so beobachten wir die Menschen bei Kaffee und Kuchen oder Plantschen im Pool. Für kurze Aufregung bei allen Pferden sorgt ein heran galoppierendes Mini-Shetty. Wingardio lebt mit einem Shetlandpony zusammen in einer Herde und kennt Mini-Shettys. Eine Reitlehrerin vom Hof hat sogar zwei, die sie manchmal mitbringt und ich habe Wingardio selten so panisch gesehen wie beim Anblick dieser Tiere. Da hilft auch kein Beschnuppern. Ich weiß nicht, was diese Urangst auslöst. Zum Glück ist das Zuhause des Mini-Shettys nicht so groß, dass es uns lange begleiten könnte.

Anschließend reiten wir auf einem sehr schmalen Weg, der links und rechts mit meterhohen Gräsern bewachsen ist. Ich sehe die Plastikflasche zwar noch am Boden liegen, doch schon bei dem Gedanken, dass Wingardio sie ja wohl auch gesehen haben wird und seine Hufe drübersetzt, geschieht es: Er tritt auf die Flasche und springt im selben Moment mit allen vier Hufen in die Luft. Es muss ausgesehen haben wie im Comic. Ich weiß nicht, wie hoch ich aus dem Sattel katapultiert werde, aber wundere mich immer noch, dass ich auch einfach wieder im Sattel gelandet. Vor Schreck habe ich so laut geschrien, dass alle stehen bleiben, dabei stehen wir nur zwei Meter neben der Flasche im Gebüsch. Also: weiter geht’s.
Etwas angepiekst, ist Wingardio danach aber schon und prompt meint er, dass er ja einfach nochmal so springen könnte als er die Metallbegrenzung einer Brücke erkennt. Mit einem Satz – ohne merkliche Vorwarnung, aber ich kenne ja mein Pferd – landen wir mit einem ziemlich lauten Krach auf der Brücke und so auch wieder runter. Also, springen kann er!

Wanderritt-Laster

Am Abend entdecke ich das grüne Monster in unserem Nachtquartiert 🙂 Foto: Saskia Blank

Bald erreichen wir unseren Mittagspausenplatz: Eine Badestelle extra für Pferde. Wingardio will aber nicht baden. Er bleibt lieber am Einstieg stehen und wiehert hilferufend seinen Pferdefreunden hinter her. Letztendlich führt uns jemand rein und plötzlich scheint er sich zu erinnern, dass er ja schon mal im Wasser war und findet es doch ganz toll. Trinken kann man das kühle Nass ja auch noch.
Während die Pferde grasen, können auch wir uns stärken bevor es die restliche Strecke zu unserem Nachtquartier geht. Auf der sehr schmalen Straße dorthin kommt uns ein grüner großer Laster entgegen, der freundlicherweise sehr langsam fährt. Vielleicht hat er sogar angehalten, ich weiß es nicht mehr. Denn während ich förmlich sehen kann, dass Wingardio überlegt, ob das Ding nun gefährlich ist oder nicht, muss der Laster einen Druckausgleich machen und mit einem lauten Pfff entweicht die Luft. Das ist dann doch zu viel für meinen Kleinen und er entscheidet sich für die Flucht nach hinten und damit genau auf die Straße. Ich frage mich dann, ob es wirklich Reiter gibt, die jetzt an Kopf senken denken. Meine Notlösung in solchen Situationen heißt: Hinterhand rumschieben und Kopf zur Seiten bringen. (Sollte man vorher üben!) Also alles tun, um das Tempo rauszunehmen und den Weg nach vorne zu versperren. So sind wir schnell wieder bei den anderen, müssen aber immer noch an dem prustenden grünen Monster vorbei. Richtig ungemütlich wird es, weil rechts von uns ein Straßengraben ist, in den wir reinrutschen. Auch da klettert Wingardio wieder raus und so kommen wir wohl behalten auf dem Hof an, an dem es erst einmal eine Dusche mit anschließendem Sandbad für alle Pferde gibt, bevor sie ihren Paddock für den Abend und die Nacht beziehen.

Wanderritt-Nachtquartier

Noch haben sie die „unheimlichen“ Rinder im Norden nicht entdeckt. Foto: Saskia Blank

Schnell wird das neue Heim inspiziert, die Nachbarpferde beschnuppert und dann  – oh Schreck – in der Ferne unbekannte Rinder entdeckt, die sich auch noch bewegen. Irgendwann legt sich auch diese Aufregung, aber geheuer ist ihnen die „Gefahr“ nicht und so drängen sie sich lange Zeit in der entferntesten Ecke zusammen. Ich finde es spannend zu beobachten, wie auch Wingardio in die Truppe mit aufgenommen wird. Denn zu Hause sind die vier anderen Wallache nicht seine Best Buddies, aber „in der Not“ ist der Herdentrieb dann doch einfach viel größer.

Nachdem die Pferde versorgt sind und das Equipment verstaut, bekommen wir von unseren Gastgeber ein leckeres Abendessen, spielen ein paar Runden Karten und schlafen in den wirklich sehr schön her gerichteten Gästezimmern.

 

Sonntag: Autos, noch mehr Autos, Sonntagsverkehr, Bundesstraße und mein Stresslevel

Am nächsten Morgen geht es als erstes zu den Pferden, die ihr Heu kaum angerührt haben. Die vorrübergehende Heimat scheint ihnen alles andere als heimisch. Aber wenigstens wurden sie beim Schlafen beobachtet.
Nach einem ausgiebigen Frühstück wird gesattelt und schon sind wir wieder unterwegs. Unser Rittführer hatte schon angekündigt, dass wir durch ein paar mehr Dörfer reiten werden als am Vortag. Aber beim Sonntagsverkehr solle das kein Problem sein. Wir reiten die kurze Strecke zurück zur Badestelle und heute geht Wingardio gleich brav durchs Wasser. Die vielen Menschen, Plastikzelte, Musik und fremden Pferde, denen wir auf einem Ritt durch ein Gestüt begegnen, scheinen ihm auch gar nichts auszumachen und schon bald sind wir auf der ersten Hauptstraße durch eine Kleinstadt.
Ich bin erstaunt und beruhigt wie gelassen Wingardio die vorbeifahrenden Autos hinnimmt. Trotzdem werde ICH nervös, wenn wir an einem parkenden Auto vorbeireiten und gleichzeitig eines an uns vorbeifährt. Meine größte Angst besteht darin, dass er sich bedrängt fühlen könnte und entweder ins parkende Auto reinspringt oder vor das fahrende. Ich kann meine Nervosität einfach nicht abstellen und natürlich merkt er das. Irgendwie hatte ich mir den Sonntagsverkehr auch anders vorgestellt, denn eigentlich kommen ständig Autos. Als ich Motorräder höre, krampfe ich zusammen. Die kennt Wingardio nicht, aber auch diese Fahrzeuge scheinen ihm nichts auszumachen. In diesem Moment möchte ich abspringen und ihn umarmen. Als rechts eine ältere Frau mit einem Rollator auf dem Gehweg entlang schleicht, findet er das beunruhigender als die fahrenden Autos, aber außer sie angespannt zu beobachten, passiert auch in dieser Situation nichts.
Die Straße scheint kein Ende nehmen zu wollen und ich merke, wie ich langsam nicht mehr kann. Auf mich, auf ihn und auf uns aufzupassen, ist zu viel für meinen Kopf. Während alle anderen sich schon fast am langen Zügel durchs Dorf tragen lassen, muss ich ständig ran traben, damit wir den Anschluss nicht verlieren. Ich bin erschöpft und bitte den Rittführer darum, wenn möglich bald wieder einen anderen Weg einzuschlagen. Das tun wir dann auch. Wingardio bleibt zwar sehr ruhig, aber ich spüre, dass er dieselbe innere Anspannung hat wie ich und ich bin sauer auf mich, dass ich ihm keine vertrauensvollere Reiterin sein kann. Eigentlich ist es mein Job ihm die Sicherheit zu vermitteln und nicht umgekehrt! Gerne würde ich jetzt einfach eine lange Strecke traben, um der Energie Raum geben zu können. Stattdessen müssen wir sehr lange im Schritt auf einem schmalen Weg entlang reiten, der stark von Fahrradfahrern frequentiert ist, was für mein Stresslevel nicht besonders hilfreich ist.

Irgendwann kommen wir an Bahngleise und Wingardio bleibt abrupt vor den Silber glänzenden Schienen stehen. Als wir direkt hinter einem anderen Pferd herreiten, schreitet er aber auch ruhig darüber. Nächste Hürde geschafft bevor es schon wieder in ein größeres Dorf geht. Hier halten wir an einer Gaststätte, steigen ab und halten unsere Pferde am Zügel, während wir etwas zu Trinken bestellen. Wingardio ist die Ruhe selbst und lässt sich durch kein Fahrzeug beirren. Seine Entspanntheit überträgt sich auf mich (jaja, es sollte umgekehrt sein), da ahne ich noch nicht, dass wir das nächste Stück an einer Bundesstraße reiten müssen. Hier mal ein großes Dankeschön an (fast) alle Autofahrer, die so rücksichtvoll an uns vorbei gefahren sind! Ich weiß nicht mehr, wie lange wir dort entlang reiten. Vermutlich waren es nur ein paar Meter und in meiner Erinnerung sind es Kilometer geworden. Ich bin nur noch fertig mit den Nerven bis wir endlich an ein Feld kommen und eine endlos erscheinende Strecke im Trab zurücklegen. Es dauert bestimmt 10 Minuten bis auch Wingardio den Hals fallend lässt und abschnaubt. Die nächsten kleinen Dörfer wirken schon fast wie eine Erholung. In einem halten wir an und lassen die Pferde grasen bevor es weiter Richtung Heimat geht. Tapfer geht Wingardio jetzt sogar fast vorne weg. Die Windräder, an denen wir vorbeireiten und die in meinen Ohren einen Heidenkrach machen, wecken sein Interesse überhaupt nicht. Zum Ende als unser Hof schon fast in Sicht ist, galoppieren wir in einem wunderbar ruhigen Tempo eine Strecke über eine Weide und ich kann noch etwas Anspannung hinter mir lassen. Zu Hause ist wieder Dusche und Sandbad angesagt bevor es zurück zu den Kumpels auf die Weide geht. Als ich später nochmal vorbeischaue, hat sich die fünfer Gang wieder aufgelöst und jeder seinen Platz in der Herde eingenommen.

Fazit

War es zu früh? Habe ich uns zu viel zugemutet? Hätte ich uns besser vorbereiten können? Ich weiß es nicht und darüber nachzugrübeln, was hätte sein können, bringt mir jetzt auch nichts mehr. Ich bin einfach nur stolz auf Wingardio, der mit seinem eher vorsichtigen Charakter an den zwei Tagen über sich hinausgewachsen ist. Ich weiß, dass viele Situation komplett neu für ihn waren und ihn sehr gefordert haben und ich glaube auch, dass sich einige Stresssituationen nur in meinem Kopf abgespielt haben.
Eine Mitreiterin, die meistens hinter uns geritten ist, fand es bemerkenswert, wie ruhig der junge Wingardio vor allem im Straßenverkehr geblieben ist. Auch unser Rittführer meinte, dass wir das ganz prima gemeistert hätten und er kennt sowohl Wingardio als auch mich wirklich gut. Ich habe mich wohl selbst überschätzt und nicht gedacht, dass mich der zweite Tag so sehr mental erschöpfen würde. Ich hätte Wingardio und mich auch nicht auf alle Eventualitäten vorbereiten können. Ich werde weiter an seinem Vertrauen in mich arbeiten, sein Selbstvertrauen fördern und ansonsten lernt er genau durch solche Ritte mehr als wir Monate auf dem Platz oder in der Halle üben könnten. Und vermutlich hat er mir sogar noch viel mehr beigebracht. Mich hat der Ritt lange nachdenklich gemacht, weil ich nicht jedem euphorisch erzählen konnte, dass es „einfach nur traumhaft gewesen sei“. Es war anstregend und erschöpfend und das ist auch völlig okay. Irgendwann wir der Tag kommen, an dem wir entspannt und losgelassen einen solchen Ritte meistern werden. Bis dahin müssen wir beide noch viel lernen. Als er mir am nächsten Tag munter entgegen kam und wir gemeinsam in Ruhe durch unseren bekannten Wald streifen konnten, bin ich einfach nur unglaublich dankbar gewesen, dass mich dieses einzigartige und wunderbare Pferd begleitet.

Linktipps:

  • Klaudia von Two-Toned hat gleich mal zwei Erfahrungsberichte zum Wanderreiten: Wanderreiten in Schönau (das nenne ich mal ein richtiges Seepferdchen) und Wanderritt Mühlviertler Kernland („Man sagt ja, dass man beim Wanderreiten alle 2 Stunden in eine Stresssituation kommt“…jetzt fühle ich mich besser :))
  • Bei Ponyliebe gibt es einen Artikel zum Geocaching mit Pferd
  • Und bei Sarah von verwandert.de geht es eigentlich „nur“ ums Wandern, allerdings gemeinsam mit ihrem Shetty Egon. Besonders empfehlenswert sind ihre ebooks. Und sie hat diesen Artikel als Anlass genommen, über die Schattenseiten zu schreiben.

Titelfoto: Heike Küter, die extra mit ihrer Kamera zur Badestelle gekommen ist. Danke dafür!


Wie ist es bei Dir? Warst Du schon längere Zeit mit Deinem Pferd ausreiten und hast woanders übernachtet? Vielleicht hast Du sogar schon eine Ausbildung zum Wanderrittführer gemacht? Erzähle mir von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren.

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11 Kommentare

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  2. Hallo Saskia!
    Wollte dir nur sagen: Es war bestimmt nicht zu früh! Und du hast deinem Pferd auch nicht zu viel zugemutet! Ich war früher sehr viel unterwegs mit Pferd und finde, man kann seinen Vierbeiner nicht früh genug an diese Aufgabe heran führen. Mein erstes eigenes Pferd war bereits 9 Jahre, als sie zu mir kam. Sie hatte bis dahin zwar schon 5x den Besitzer gewechselt, aber noch nichts gesehen von der Welt. Und es hat dann wirklich lange gedauert bis sie zu einem verlässlichen Wanderreitpferd geworden ist. Ganz anders mein junges Stütchen, das in einem Wanderreitbetrieb geboren und groß geworden ist. Sie ist schon als Fohlen bei Touren mit gelaufen und ist in allen Dingen immer viel cooler.
    Bei meinem ersten großen Wanderritt ist Nita zwei Tage lang nur piaffiert. Das war für uns beide so zermürbend und ermüdend, dass ich am liebsten sofort wieder nach Hause gefahren wäre. Das bin ich zum Glück nicht. Denn die kommenden 4 Wochen haben uns zwar auch immer wieder an unsere Grenzen gebracht, waren aber „einfach nur traumhaft“!!!
    Weiter so und pferdige Globetrotter-Grüße von Tine!

    …unsere letzte große „Grenzerfahrung“ war übrigens der Umzug mit beiden Pferden nach Sardinien (siehe Blog-Post auf inseltraumleben.de)!

    • Hallo Christine,

      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar 🙂 Ich dachte halt, dass wir schon weiter wären. Mein Pferd kennt ja Ausritte durch unbekannte Gegenden und wurde schon früh als Handpferd mitgenommen, aber ich denke auch: mehr sehen, wird es das nächste Mal noch besser machen. Und piaffiert sind wir auch, ganz viel :p

      Viele Grüße…ich geh mal Deinen Blog besuchen 😀 Saskia

  3. Hallo liebe Saskia,

    als ich meinen ersten richtigen Wanderritt hatte (und der ging „nur“ über 5-6 Stunden), da war ich auch ziemlich geschlaucht. Zwar sind wir kaum an Straßen gewesen, doch auch so kann es anstrengend sein: Galoppierende Pferde neben einem, hetzende Wildtiere an der Strecke, stressiges Anbinden am Wirtshaus mit so vielen anderen Menschen usw.. Dazu noch die Hitze. Ich erkenne in Deinem Bericht eigentlich auch mehr Stellen, wo Du den entspannten Wingargio beschreibst als den erschrockenen, von daher ist es vielleicht wirklich „nur“ eine Kopfsache – oder die Strecke war einfach nicht schön genug. Beides lässt sich beim nächsten Mal ändern. Ich verfolge Eure Geschichte nun ja schon mehrere Monate und finde, dass ihr zwei in der kurzen Zeit schon ein enorm gutes Team seid. Macht nur weiter so, das ist schon der richtige Weg! 🙂

    • Huhu Bianca,

      ja so ein paar Tagesritte haben wir auch schon hinter uns, deswegen dachte ich auch, dass der hier kein so großer Unterschied sein würde. Es war bestimmt mehr Kopfsache als alles andere. Unser großes nächstes Ziel ist es, dass er auch mal vorne weg geht. Er wird ziemlich schreckhaft, wenn er plötzlich die Verantwortung für eine ganze Gruppe hat. Wir hoffe, dass wir so sein Selbstbewusstsein weiter stärken können. 🙂
      Danke für die Lieben Worte!

  4. Jutta

    Ein toller Bericht, und ich kann wirklich viele Momente davon lebhaft nachfühlen! 🙂
    Bei uns geht’s dieses Jahr das erste Mal auf einen Drei-Tages-Ritt durch die schwäbische Alb und wenn alles klappt, steht nächstes Jahr eine Alpenüberquerung an mit meinem 7-jährigen. Was uns da alles passieren wird, kann man glaub ich nicht ansatzweise abschätzen 😉
    Aber ich muss sagen ich bin ein Verfechter von Absteigen und Führen bei brenzligen Situationen. Gut für Sicherheit, Vertrauen und Pferderücken! Lieber vorneweg gegangen und dem Pferd geholfen, als in eine unsichere Situation getrieben und dann passiert was.

    Aber jeder Wanderritt schweißt zusammen – also dran bleiben, entspannen und Spaß dran haben! 🙂

    LG, Jutta

    • Hallo Jutta,

      vielen Dank für Deinen Kommentar und die lieben Worte. Wow, eine Alpenüberquerung hört sich spannend an. Ich bin mal nur mit Pferden in den Anden rumgekraxelt und fand es so spannend, wie die Tiere doch immer genau wissen, wo sie ihre Hufe setzen sollen.
      Also, normalerweise steige ich auch immer ab, wenn ich das Gefühl habe, dass ich meinem Pferd mehr Sicherheit von unten geben kann. Frag mich nicht, warum ich es an diesem Tag nicht gemacht habe. 😉 Ich weiß ja, dass Wingardio viel gelassener wird, wenn ich vorne weg laufe. Vielleicht beim nächsten Mal, wobei ich hoffe, dass es gar nicht mehr zu solchen Situationen kommt….Wunschdenken 😉
      Klar, wir bleiben dran und berichten. LG, Saskia

  5. Liebe Saskia,
    wow, das ist ein richtig toller, weil so wunderbar ehrlicher, Bericht von dir!
    Ich kann sooo gut nachvollziehen, wie du dich gefühlt hast! Ich bin auch sehr vorsichtig und seh immer schon das schlimmste vor mir. Mein Pony hat mit der Zeit gelernt, mich bzw. meine Unsicherheit nicht immer so erst zu nehmen. Ob das gut ist oder nicht, kann ich nicht sagen. Aber wir sind mittlerweile ein gutes Team und wir können uns gut aufeinander verlassen. Und das ist doch das Wichtigste! Und ihr werdet mit der Zeit bestimmt auch noch etwas entspannter! 🙂 Du kannst auf jeden Fall wahnsinnig Stolz auf euch sein!! :*

    • Hi Karo,

      das ist lieb! 🙂 Vielleicht erreichen wir ja auch mal so einen „Team-Status“ wie ihr 🙂 Momentan versuche ich eher Wingardios Unsicherheit nicht so Ernst zu nehmen, also Du weißt, was ich meine. Ich glaube, uns fehlt einfach die Erfahrung das stimmt und die wird noch kommen und dann pusten wir so einen Laster weg 😀

      Ganz liebe Grüße, Saskia

  6. Da wird mir beim Lesen ganz flau. Also nicht wegen euch 😀 Aber der Gedanke, über eine Eisenbahnbrücke zu reiten, treibt mir den Schweiß auf die Stirn. Egal, ob auf einem 3- oder 30-jährigen Pferd. Wenn das Geländer dann so weit unten ist… *schauder*. Oder die Sache mit dem Einklemmen zwischen zwei Autos. Das geht mir manchmal so, wenn ich von oder zur Koppel führe (die Pferde sind’s gewohnt, die Angst ist nur in meinem Kopf). Aber trotzdem mag ich es nicht, wenn kein Spielraum für Irrtum oder Ausweichen ist. Ich glaube, ich hätte 2 Tage nicht durchgehalten 🙂 VG! Nadja

    • Hi Nadja, dooooch hättest Du! 😉
      Bei der Eisenbahnbrücke war sogar unser Rittführer etwas nervös 😉 Ich kenne Reiter, die müssen zum Ausreiten über eine Autobahnbrücke. Mein Albtraum! Im Nachhinein denke ich, dass ich auch mehr Angst vor „unnatürlichen“ sich bewegenden Dingen wie Autos oder Kinderwagen haben als vor Hasen, Mufflons <3, Wasser oder ähnlichem.
      Liebe Grüße, Saskia