Jakobskreuzkraut

Was blüht da Giftiges auf der Pferdeweide? – Jakobskreuzkraut

giftiLeider wächst nicht nur Gesundes für unsere Pferde auf den Wiesen. Kreuzkräuter gehören zu den gefährlichsten Pflanzen für Dein Pferd. Leider ist das noch nicht jedem bewusst. Deswegen freue ich mich ganz besonders, dass Ann-Kathrin von Pferde-Freundschaften in diesem Gastbeitrag über die Gefahren dieser Pflanze schreibt und ausführlich erklärt, wie Du Dich und Dein Pferd schützen kannst:

Hey! 🙂 Ich bin Ann-Kathrin und betreibe zusammen mit meinem Freund den Blog www.Pferde-Freundschaften.de. Da das Wohl der Tiere oberste Priorität als Tierheilpraktikerin für mich hat, freue ich mich natürlich ganz besonders den Part für das JKK (Jakobskreuzkraut) zu übernehmen. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Saskia für die Möglichkeit des Gastbeitrag’s 🙂 !

 

Jakobskreuzkraut (JKK)

Du bist bestimmt schon einmal an diesen hübschen, gelb-blühenden Pflanzen vorbeigefahren. Wenn nicht, achte einfach das nächste Mal auf die Seitenstreifen der Autobahn. Dort hat man sie nämlich dämlich großzügig ausgesät. Die Samen des JKK werden durch den konstanten Windzug der Fahrzeuge rasend schnell verbreitet und landen im schlimmsten Fall auf unserer Wiese. Mittlerweile stellt das Kraut nicht nur für Tiere sondern auch für uns Menschen eine Gefahr dar. So konnten die Giftstoffe bereits im Honig nachgewiesen werden. Ich selbst kenne diese Plage und kann wirklich nur den Kopf schütteln, dass kaum etwas unternommen wird und sich die Giftpflanze immer weiter verbreiten kann. Durch die schnelle Verbreitung können jedes Jahr immer weniger Wiesen zur Heuernte genutzt werden und Koppeln müssen regelmäßig von JKK befreit werden.

 

Was ist Jakobskreuzkraut?

Jakobskreuzkraut ist ein Greiskraut, gehört zu der Familie der Korbblüter und enthält Pyrrolizidin-Alkaloide.

Frühlungskreuzkraut

Das Frühlingskreuzkraut gehört wie das JKK auch zu den Kreuz- bzw. Greiskräutern und blüht von April bis Mai. Foto: Saskia Blank / Pferdespiegel.com (CC BY-SA 3.0 DE)

Die Wirkung der Pyrrolizidin-Alkaloide macht die Pflanze so giftig für Mensch und Tier. Nimmt ein Pferd diese Alkaloide zu sich, kann es zu einer chronischen Lebervergiftung kommen. Wichtig: JKK baut seine Alkaloide nicht ab wenn es getrocknet ist. Deshalb ist es auch noch im Heu oder in Silage giftig! Tödliche Dosis: ca. zwei bis vier Kilogramm getrocknet im Heu oder 14 bis 20 Kilogramm Frischpflanzen (je nach Gewicht des Pferdes).

Wie erkenne ich JKK?

Jakobskreuzkraut Stil

Die Stängel einer erwachsenen Pflanze sind leicht rot bis violett und können bis zu einem Meter hoch werden. Foto: Saskia Blank / Pferdespiegel.com (CC BY-SA 3.0 DE)

JKK ist eine zweijährige manchmal auch ausdauernde Pflanze, die in ihrem Anfangsstadium als Rosette wächst (siehe Foto unten). Die Hauptblütezeit des JKK ist von Juli bis August. Einige Pflanzen blühen jedoch schon ab Mitte Juni bis Oktober. Die Blüten bestehen aus mehreren gelben Einzelblüten, mit jeweils 13 gelben Zungenblättern. Wenn die Blüten geschlossen sind, sieht man an den Spitzen kleine schwarze Punkte. Wenn die Pflanzen noch jung sind, erkennt man sie an den tief geschlitzten Blättern. (Verwechslungsgefahr: Johanniskraut, Rainfarn, Wiesenpippau)

Symptome bei einer Vergiftung mit JKK

Erste Anzeichen für eine Vergiftung können bei Pferden häufiges Gähnen oder Koliken sein. Meist erkennt man eine Veränderung des Wesens und ein Nachlassen der Kondition – unter anderem wirkt das Pferd teilnahmslos. Es kommt zur Fressverweigerung und darauf folgt ein rapider Gewichtsverlust. Des Weiteren können Schwellungen und Rötungen im Gesicht und an den Fesseln auftreten. Was meist sehr ausgeprägt ist, ist das ziellose Wandern mit unkoordinierten Bewegungsabläufen (im Englischen nennt man dies auch „Walking Disease“). Bei manchen Pferden tritt eine Gelbfärbung der Lidbindehaut auf. Außerdem kann die Aufnahme von Alkaloiden eine toxische Hufrehe auslösen.

Wie bekämpfen und entfernen?

Jakobskreuzkraut Rosette

Beim JKK handelt es sich um eine zweijährige Pflanze, aber auch schon die Rosetten (Foto) sind giftig und müssen entfernt werden. Foto: Pferde-Freundschaften

Manche versuchen das JKK mit reinem Abmähen zu bekämpfen. Dies bewirkt jedoch genau das Gegenteil – die Pflanzen verbreitet sich dadurch noch schneller und der Anteil der Alkaloide kann bis auf das 100-fache ansteigen! Es gibt zwei Varianten um Jakobskreuzkraut zu bekämpfen: die mechanische und die chemische. Ich selbst bevorzuge die mechanische Weise: Bei dieser Variante gräbst du die Pflanzen vor der Blütezeit samt Wurzel (können bis zu 40 Zentimeter in das Erdreich wachsen!) mit einer Grabgabel oder einem Ausstecher aus und verbrennst sie. Entscheidest du dich dafür, solltest du IMMER Handschuhe dabei tragen, da dass Gift auch über die Haut aufgenommen wird!

Wohin mit den ausgestochenen Pflanzen?

Wenn du das Jakobskreuzkraut ausgestochen hast, solltest du es niemals liegen lassen oder in den Biomüll schmeißen, da es dort erneut austreibt. Die beste Entsorgung ist der Weg zu einer Biogasanlage. Dort verlieren die Samen komplett ihre Keimfähigkeit und es entsteht keine neue Giftpflanze. Wenn es überhaupt nicht anders geht und das JKK tritt zu stark auf, bleibt dir keine andere Wahl, als die chemische Weise anzuwenden: Dabei werden Herbizide im Frühjahr auf die Giftpflanzen gespritzt. Dies lässt das JKK absterben. Beim Einsatz von Herbiziden musst du darauf achten, dass dies unbedingt von geschultem Fachpersonal durchgeführt wird. Die Pflanzen sollten nach dem sie abgestorben sind, ebenfalls entfernt werden!

Wie erkenne ich JKK im Heu?

JKK ist vor allem im Heu und in der Silage besonders gefährlich. Die Pflanzen verlieren ihren Eigengeruch, schmecken nicht mehr bitter und werden sogar bevorzugt gefressen. Das Kraut erkennst du im Heu an den braun bis lila gefärbten Stängeln. Ich konnte leider schon sehr oft beobachten, dass manche Bauern keine Weidepflege betreiben und das JKK mit abmähen. Deshalb: Immer Augen auf! Schau dir dein Heu oder noch besser das Feld, von dem du dein Heu erhalten wirst, sehr genau an, da das JKK getrocknet genauso giftig ist wie frisch.

Vorbeugung

Die Heilungschancen stehen bei einer Vergiftung mit JKK sehr schlecht. Achte darauf, dass dein Pferd es weder frisch noch getrocknet frisst! Um eine Verbreitung des JKK zu verhindern, solltest du die Stellen, an denen die Grasnarbe kaputt ist mit Weidegras- und kräutern neu einsäen. Die Samen des JKK finden somit keinen Platz und treiben nicht aus. Die Beste Vorsorge ist letztendlich eine gute Weidepflege!

Karo von  schreibt auf ihrem Blog Pferdefreunde auch übers Jakobskreuzkraut

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3 Kommentare

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