Schafgarbe. Foto: Saskia Blank / PferdeSpiegel.com (CC BY-SA 4.0)

Was blüht denn da auf der Pferdeweide? – Schafgarbe

Im ersten Teil meiner neuen Serie ging es um die Distel. Heute möchte ich Dir eine für mich bisher ziemlich unbekannte Pflanzen vorstellen: die Schaf-Garbe. Auf unseren Weiden kommt vor allem die Wiesen-Schafgarbe relativ häufig vor, aber bisher habe ich dieser Heilpflanze wenig Beachtung geschenkt und ihr damit etwas unrecht getan.

Vorkommen und Aussehen

Die Stauden können bis zu 1,20 Meter groß werden und zeichnen sich durch ihre doldenartigen meisten weißen – seltener rosa, violetten – kleinen Blüten aus, die von Juni bis Oktober zu sehen sind. Die Blätter haben viele feine Zipfel und wachsen wechselständig an den zahlreichen Stängel. Schafgarbe wächst fast überall und bevorzugt nährstoffreiche Böden.

Pferde und Schafgarbe: Wirkung und Anwendung

Bisher konnte ich kein Pferd beobachten, dass diese Pflanze frisch frisst. Getrocknet nehmen die Tiere die Pflanze aber gut an. Schafe fressen wohl die Blätter, aber verschmähen Stängel und Blüten. Vor allem bei Verdauungsstörungen kann die Fütterung von Schafgarbe aufgrund der Bitterstoffe helfen und soll ähnlich wie die Distel gut für die Leber sein. Außerdem soll Schafgarbe innerlich blutreinigend und fiebersenkend wirken und gleichzeitig die Durchblutung fördern. Äußerlich soll das Kraut schmerzlindernd und antibakteriell wirken und den Blutfluss bei Wunden von Mensch und Tier stillen. Bei tränenden (Pferde)Augen kann Schafgarbentee auf einer Kompresse zur Linderung führen.

Schafgarbe: Fütterung

Verwendet werden kann die Pflanze ohne Wurzeln, wobei die Blüten eine höhere Wirkung haben sollen. Das im Sommer geerntete Kraut kann getrockneten werden und so das ganze Jahr über als Sud oder auch pur verfüttert werden. Häufig wird die Pflanze auch zusammen mit Echter Kamille eingesetzt, da sich diese beiden Pflanzen mit ihren Wirkstoffen gut ergänzen.

Schafgarbe: Inhaltsstoffe

Neben den Bitterstoffen enthält die Pflanze noch ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide und Kieselsäure.

Achtung: Verwechslung mit Schierling

Der Gefleckte Schierling ist auch eine hochgewachsene Pflanze mit weißen echten Doldenblüten. Kann also auf den ersten Blick mit Schafgarbe verwechselt werden. Schierling ist frisch jedoch hoch giftig. Bei genauem Betrachten sehen die Blüten und Blätter jedoch anders aus.

Menschen, die an einer Korbblütlerallergien leiden, sollten nicht mit der frischen Pflanze in Berührung kommen.

Einige Arten stehen auch unter Schutz. Dazu gehört die Schwarze Schafgarbe (Achillea atrata) und Bittere Schafgarbe (Achillea clavennae), die vorranig im Aplenraum zu finden sind.


Quellen:

  • Golte-Bechlte, Marianne/Spohn, Margot/Spon, Roland: Was blüht denn da?, 59. Auflage. Stuttgart: Frachkh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG, 2015
  • Ochsenbauer, Ute: Heilkräuter für Pferde. Stuttgart: Frachkh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG, 2014
  • Liath, Claudia: Das Kräuterbuch für Pferde. Noderstedt: Books on Demand GmbH, 2012
  • Heilkräuter.de

Hinweis: Das Lesen dieses Textes ersetzt nicht den Besuch des Tierarztes. Ziehe bei ernsthaften oder unklaren Beschwerden Deines Pferdes unbedingt einen Tierarzt zu Rate und bei der Fütterung von Kräutern einen Tierheilpraktiker.

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2 Kommentare

  1. Liebe Saskia,

    danke für den tollen Tipp! Chicky hat öfter tränende Augen, dass werde ich gleich mal ausprobieren. 🙂

    Liebe Grüße
    Claudia