Reiten in den Sonnenuntergang fürs Fotoshooting. Foto: Severin Klisch / Schön FOTOGRAFIE

9 Punkte, die Du bei einem Pferde-Fotoshooting beachten solltest

Wie gemalt sehen die Bilder von Wingardio und mir aus. Ein wahrer Mädchentraum: mit dem weißen Pferd gen Sonnenuntergang reiten. Obwohl ich eigentlich nicht der romantisch veranlagte Wendy-Typ bin, bin ich doch überglücklich mit dem Ergebnis meines ersten richtigen Fotoshootings und auch die Fotografin ist ganz begeistert. Was so leicht und harmonisch aussieht, bedarf im Voraus aber auch ein bisschen Vorbereitung:

1.)   Entscheide, welche Momente Du gerne von Dir und Deinem Pferd abgelichtet haben möchtest.

Als erstes solltest Du Dir überlegen, welche Motive Du haben möchtest: Im Galopp übers Feld? Aufnahmen beim Springen oder der perfekten Dressurlektion? Romantische Bilder im Mohnfeld? Portraitbilder von Deinem Pferd? Reiten ohne Sattel und ohne Zaumzeug, oder mit? Diese Entscheidungen werden beeinflussen, wo das Shooting stattfindet, welche Kleidung Du trägst, wie Du Dein Pferd vorbereitest und auch worauf sich der Fotograf einstellen sollte.

Bei mir war es so, dass ich das Shooting gewonnen habe und die Fotografin somit entscheiden konnte, was für Bilder sie gerne machen wollte. Erst war ich etwas skeptisch in einem Blumenkleid auf mein Pferd zu steigen, aber jetzt bin ich sehr froh ihren Ideen eine Chance gegeben zu haben. Sprich vorher mit Deinem Fotografen und überlegt zusammen, was möglich ist und lass die von anderen Pferdefotografen und ihren Bildern inspirieren.

2.)   Welche Jahreszeit kommt für Deine Fotos in Frage?

Jede Jahreszeit hat ihre ganz spezielle Stimmung. Das Sonnenlicht und die Natur sind im Winter natürlich anders als im Frühjahr. Der Winter kann mit seinem glitzernden Schnee mystisch wirken, die Chance auf gleißendes Abendlicht ist im Frühjahr und Sommer größer.

Für mich war lediglich wichtig nicht zu frieren, da kam nur der Hochsommer in Frage.

3.)   Gehe vorab auf Locationsuche.

Wenn Du schon einige Motive im Kopf hast, dann gehe in Stallnähe auf die Suche nach schönen Orten. Vielleicht findest Du eine schöne Lichtung, ein tolles Feld oder einen großen Baum. Bauern sehen es übrigens nicht so gerne, wenn man in ihren Feldern rumtrampelt. Deswegen würde ich blühende Mohn-, Raps- oder Sonnenblumenfelder eher meiden (auch wenn die Verlockung sicherlich groß ist), es sei denn Du kennst den Landwirt und kannst ihn fragen.

Pferdefotoshooting_Locationsuche

Locationsuche im Frühjahr. Foto: Severin Klisch / Klisch Klick

Ich hatte das Glück, dass meine Fotografin sogar vorbei gekommen ist und mit mir und meinem Pferd zusammen auf Locationsuche gegangen ist.

4.)   Übe mit Deinem Pferd.

Ein Foto von Dir auf Deinem Pferd ohne Sattel und Zaumzeug strahlt ein inniges Vertrauen aus. Wenn Du aber nie ohne Sattel reitest, mag diese Situation völlig neu sein und Du solltest sie vorab üben. Auch das lange Stehen und ruhige Verharren an einem Ort, lässt vor allem junge Pferde ungeduldig werden, und das solltest Du üben.

In den Wochen vor dem Shooting habe ich das Reiten ohne Sattel geübt. Auch wenn das von Anfang an kein Problem für uns war, konnte ich so eine vielleicht unangenehme Überraschung verhindern.

5.)   Nimm ein Begleitpferd mit.

Vielleicht erscheint Dir der Punkt übertrieben. Gerade jungen Pferden gibt ein Begleitpferd allerdings Sicherheit. Mit einem ruhigen Pferd lassen sich dann auch viel entspannter Fotos machen.

Pferdefotoshooting_Begleitpferd

Unser braves Begleitpferd hatte den Spaziergang seines Lebens: nur am Fressen 🙂 Foto: Severin Klisch / Klisch Klick

Bei uns durfte der Herdenchef mitkommen, was sich sichtlich positiv auf mein Pferd ausgewirkt hat, der seine Sache unglaublich toll gemacht hat.

6.)   Du kannst nie genug Leckerlis mitnehmen.

Auf meinen Fotos siehst Du sehr oft meine Hand in der Nähe von Wingardios Maul. Das ist natürlich kein Zufall. Die Fotos an denen er den Kopf besonders schön hält, sind nur mit Hilfe von Leckerlis entstanden… entweder in meiner Hand oder zwischen meinen Zehen. Möhren eignen sich besonders gut, da man sie in handliche kleine Stücke schneiden kann.

7.)   Anti-Pferdebiester-Spray sollte mit dabei sein.

Für einen Fotografen gibt es wohl kaum etwas nervigeres als wenn Pferd-Mensch-Paar endlich die herrliche Kopf-an-Kopf-Position gefunden haben und wenn er gerade auf den Auslöser drücken will, schüttelt das Pferd den Kopf, um ihn von Fliegen zu befreien. Also am besten vorher das Pferd einsprühen und so wenigstens ein bisschen mehr für Ruhe beim Pferd und Fotografen sorgen.

8.)   Frage Dich, ob Du und Dein Pferd bereit für ein Fotoshooting seid.

Eigentlich sollte das die erste Frage sein, die Du Dir beantworten solltest. Ich kenne Wingardio jetzt etwas über ein halbes Jahr. Sicherlich wären diese harmonischen Aufnahmen noch nicht in den ersten Wochen entstanden. Falls Du Dir also gerade erst ein Pferd gekauft haben solltest oder eine neue Reitbeteiligung hast, dann wartet vielleicht noch ein paar Wochen, bevor ihr Euch an Euer erstes professionelles Pferde-Shooting wagt. Ich verspreche Dir, dass das Ergebnis umso schöner wird.

9.)   Reite mit Helm

Bei dem Pferde-Shooting saß ich das erste und einzige Mal ohne Helm auf meinem Pferd. Ich habe das nur unter bestimmten Umständen gemacht: Mein Pferd war absolut ruhig, wir haben uns in einem abgegrenzten Bereich befunden, ich bin lediglich im Schritt im Kreis geritten, der Herdenchef als Begleitpferd war mit dabei und sogar noch eine Begleitperson. Wenn ich nur einen Hauch das Gefühl gehabt hätte, dass Wingardio nicht ruhig genug gewesen wäre, um mich zu tragen, wäre ich nicht ohne Helm aufgestiegen. Egal wie viel Vertrauen Du in Dich und Dein Pferd hast, es bleibt ein Fluchttier, dass im Zweifel nicht auf Dich sondern auf seine Instinkte hören wird. Also: IMMER MIT HELM!

Wer in Berlin-Brandenburg gerne auch mal so wundervolle Aufnahmen von seinem Pferd und sich machen möchte, dem kann ich meine Fotografin Severin Klisch nur ans Herz legen. Mit viel Gefühl für Mensch und Tier, einem wunderbaren Blick für die Natur und die richtigen Momente und einer besonderen Gabe für die Kamera, kommt sie gerne zu Dir. Mehr über ihre Arbeit erfährst Du auf der Website von Schön FOTOGRAFIE und KLISCH KLICK. Mehr Fotos von meinem Shooting findest Du auch auf meiner Facebook-Seite.

Lesetipps:


Hattest Du auch schon mal ein Fotoshooting mit Deinem Pferd? Ich freue mich über Deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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11 Kommentare

  1. Wow das Titelbild ist echt klasse geworden. Mit der untergehenden Sonne einfach nur toll.

  2. In meiner Freizeit fotografiere ich auch sehr gerne (am liebsten Katzen). An Pferde habe ich mich noch nicht so richtig ran gewagt. Vielleicht sollte ich es nach diesen Tipps einmal versuchen.

    • Klar solltest Du das, Alexander! 🙂 Obwohl ich auch ein großer Katzen- und Hundefan bin. Berichte gerne, ob die Ratschläge Dir geholfen haben. Viele Grüße, Saskia

  3. Saskia,
    Da lacht mein Fotografenherz!
    das würde ich wirklich jedem meiner Kunden gerne in die Hsnd drücken!
    Und das Titelbild ist wirklich ein Traum.

    Liebe Grüße
    Sabine

    • Das freut mich aber! Gib es gerne weiter 🙂 Ich glaube die Bilder sind u.a. wegen der guten Vorbereitung so schööön geworden 🙂

  4. Liebe Saskia,

    wunderschöne Bilder! Echt toll!

    Mein Traum wäre ja mal ein Fotoshooting mit meinem Brautkleid. Das wäre einfach toll.

    Liebe Grüße
    Claudia

    • Oh das wäre mir zu kitschig :p Severin musste mich ja schon zum Blumenkleid überreden, aber das hat sie zum Glück geschafft. *hihi*

      Dankeschön :*

      • Ja, ich bin normal auch keine Kitsch-Tante. Aber das wäre einfach mal ein echt aussergewöhnliches Erlebnis für mich! :O)

        Gerne!:O)

  5. Die Bilder sind wirklich traumhaft schön geworden. Am besten gefällt mir das Titelbild 🙂

    • Dankeschön, Alex. Auf Facebook findest Du ein ganzes Album mit Fotos. 🙂